Wer bin ich?

Da du irgendwie meinen Blog gefunden hast, muss ich erstmal davon ausgehen, dass du eine ungefähre Ahnung hast, wer ich bin. Aber für den Fall, dass du es nicht wissen solltest oder tatsächlich noch mehr über mich wissen möchtest, erzähle ich hier gerne ein wenig über mich, ohne dabei zu privat zu werden.

Im Internet nenne ich mich seit vielen Jahren „UnknownD“ oder einfach kurz „Dee“. Das „D“ steht für meinen Vornamen „David“. Einfallslos, ich weiß, aber das bin ich.
Geboren wurde ich 1986 – und damit habe ich kürzlich die 40 Jahre Lebenszeit geknackt. Oder wie ich in meiner Einladung zu „Kaffee und Kuchen“ an meine Kollegen geschrieben habe: „Mit einer Geschwindigkeit von über 100.000 km/h habe ich inzwischen rund 37,6 Milliarden Kilometer durch das Weltall zurückgelegt, dabei 40mal die Sonne umrundet und dafür habe ich ziemlich genau 40 Jahre benötigt.“ Die Konterantwort meines Personalchefs darauf war: „Kein Wunder, dass Sie ständig geblitzt werden, so schnell wie Sie sich bewegen!“ Ziemlich clevere Antwort – aber die Wahrheit ist: Ich wurde bisher erst zweimal geblitzt, und da habe ich mich deutlich unter 100.000 km/h bewegt, zumindest in meinem eigenen Inertialsystem. Woops, jetzt wird es physikalisch.

Apropos „Physik“: In meiner „Nicht-Internet-Laufbahn“, also: im Real Life, habe ich den Weg eines Akademikers eingeschlagen, also: Geburt, Kindergarten, Grundschule, Gymnasium, Bundeswehr, Physikstudium, Informatikstudium. Jetzt arbeite ich an einer Universität. Neben meinen Hobbys Gaming (vor allem Retro-Gaming, besonders NES), Manga, Anime, Brettspiele und ein bisschen YouTube reihen sich Physik und Informatik wunderbar in dieses Nerd-Klischee ein. Was soll ich sagen? Nerd, und stolz darauf!

Trotz meines Nerdseins bin ich wenig introvertiert, was anfangs zugegebenermaßen nicht der Fall war. Ich bin irgendwann während meines Physikstudiums aus mir herausgewachsen, höre mich seitdem selbst gerne reden – und darunter müssen Studierende, Kollegen und meine Zuschauer auf YouTube entsprechend leiden.
Außerdem bin ich im richtigen Leben auch noch Vater eines (fast) dreijährigen Sohnes. Ich freue mich schon sehr darauf, in (ferner) Zukunft mit dem Kleinen ein paar Videospiele zu zocken. Bis dahin versuche ich, seine Bildschirmzeit auf ein Minimum zu reduzieren. Das klappt – offen gesagt – mal mehr, mal weniger.

Aber was gibt es aus meinem Internetleben zu berichten? Mit meinem hohen Alter ist klar, dass ich das Internet schon länger unsicher mache als viele meiner Studierenden alt sind. Das heißt damit auch, dass mein digitaler Fußabdruck schon recht weit reicht. Hier und da findet man noch die eine oder andere Spur aus meinem früheren Leben im Internet.

Bekanntschaft mit dem Internet habe ich geschlossen, als ich etwa 14 Jahre alt war, also um die Jahrtausendwende herum. Mit Schulfreunden fing ich an, mich online in irgendwelchen Chats zu treffen, um einfach nach der Schule zu chatten. Nicknames wie „Bomberman“ oder „Smettbo“ mussten herhalten – meine ersten einfallsreichen Internetnamen waren. Es wird nicht besser, so viel sei verraten.
Ich brauchte einige Zeit später natürlich auch einen virtuellen Briefkasten, also einen E-Mail-Account. Und da wurde es ernst: Ich brauchte einen Nickname, denn „Bomberman@Emailanbieter.hastenichgesehen“ und „Smettbo@Emailanbieter.hastenichgesehen“ waren bereits vergeben.
Also dachte mein 14-jähriges Gehirn: Ich brauche was, was noch keiner hat. Also, im Internet bin ich unbekannt, also „unknown“.
Cool, unknown@Emailanbieter.hastenichgesehen … war natürlich auch schon vergeben. Aber was, wenn ich noch ein d hintendran schreibe?
Und tatsächlich: UnknownD@Emailanbieter.hastenichgesehen war noch frei! Damit wurde „UnknownD“ geboren, ungefähr im Jahr 2000.
Dass das bereits über 25 Jahre her sein soll, ist wirklich irre. Ich kann es eigentlich kaum fassen. Und seit jeher bin ich irgendwo im Internet zu finden.

Meine größte Präsenz dürfte in der Zeit von 2001 bis 2004 sein, als ich mich in einer damals recht großen Community einlebte und sehr schnell sehr groß und bekannt wurde. Ich spreche hier vom „Vampires-Dawn-Forum“, einem Forum und dem dazugehörigen Chat zum RPG Maker 2000-Spiel „Vampires Dawn“, welches eines der bekanntesten deutschen RPG Maker 2000-Spiele sein dürfte.
In dieser Community wurde ich recht bald Moderator im Forum und Admin im Chat, habe drei Community-Treffen organisiert und viele Freunde kennengelernt.
Vielleicht muss ich noch den RPG Maker an sich erklären. Der RPG Maker ist ein Tool, das inzwischen gewiss schon mehr als 10 verschiedene Versionen hat (95, 2000, 2003, XP, VX, MV, MZ und weitere Ableger), mit dem man recht simpel, ohne Programmiererfahrung und per Drag-and-Drop schöne klassische RPGs selbst erstellen kann, die man stilistisch mit den alten „Final Fantasy“-Teilen I bis VI vergleichen könnte, oder auch „Lufia“ für SNES. Und natürlich habe auch ich einige Spiele erstellt, mal größere, mal kleinere, die allesamt epische Titel trugen. Ein paar Projekte, an denen ich gearbeitet hatte, sind:

  • Magic Quest
  • Mana Quest
  • David’s Abenteuer
  • David’s Abenteuer II
  • David’s Abenteuer III
  • Faces of Death
  • Faces of Death VERSUS
  • Faces of Death II
  • Vampires Dawn Community Series
  • Abura Koshiraedomo
  • The Time Machine
  • Way to Hell

Und noch viele mehr. Je länger ich nachdenke, desto mehr Titel fallen mir ein.
Aber viele von diesen Titeln habe ich irgendwann abgebrochen, weil mir die Idee letztlich doch nicht gefiel, mir die Zeit fehlte oder ich zu viele Ideen hatte und plötzlich vor einem Berg Arbeit stand, der mir einfach zu groß wurde. Und leider sind viele Projekte einfach fort: Neuer Computer, defekte Festplatten, keine Datensicherung – BUMMS, alles weg.
Ich könnte noch mehr zu den einzelnen Titeln erzählen. Vielleicht mache ich dies in einem anderen Beitrag mal.

Von diesen Projekten habe ich nur wenige Titel vollendet, nämlich:

  • Magic Quest
  • Mana Quest
  • David’s Abenteuer
  • Faces of Death
  • Vampires Dawn Community Series
  • Way to Hell

„Magic Quest“ und „Mana Quest“ waren meine Erstlingswerke. Es fehlte noch das Know-How, um diese Spiele auch nur ansatzweise als „gut“ zu bezeichnen, aber sie halfen mir, den RPG Maker 2000 besser zu verstehen.
„David’s Abenteuer“ war dann das erste Spiel, von dem ich mal überzeugt war. Eine Demo habe ich damals tatsächlich veröffentlicht – und ich meine auch, eine Vollversion habe ich auf einer der vielen RPG Maker-Seiten hochgeladen, aber all diese Seiten existieren leider gar nicht mehr.
„Vampires Dawn Community Series“ sollte eine Art Fernseh-Serie sein, kein echtes Spiel. Alle Figuren bewegen sich von selbst, führen Dialoge und erzählen eine Geschichte. Im Mittelpunkt der Serie steht die Vampires Dawn-Community. Einen ersten Teil mit vier Folgen habe ich meiner damaligen Community zugänglich gemacht. Aber davon dürfte man nichts mehr finden.
„Way to Hell“ ist ein Horror-Puzzle-Spiel, welches ich im Spiel selbst als „o1w-Production“ bezeichne. Ursprünglich wollte ich das Spiel innerhalb einer Woche erstellen, also: „originally one week“, „o1w“, aber ich habe deutlich länger gebraucht. In der allerersten Version hieß es noch „1w33k-Production“ (oder so ähnlich), aber das habe ich nach einer Woche fallengelassen. Tatsächlich habe ich das Spiel aber immerhin fertig gestellt und 2005 auf den RPG Maker-Seiten veröffentlicht.

Und dann gibt es noch: „Faces of Death“. „Faces of Death“ ist ein Horror-RPG, welches stark an „Dreamland“, einem anderen Horror-RPG des RPG Maker 2000, angelehnt ist.
„Faces of Death“ habe ich 2003 veröffentlicht und war damals eines der größten, deutschen Horror-RPG-Projekte überhaupt, wurde aber insgesamt eher durchwachsen aufgenommen. Es gab tatsächlich eine Fanbase, auf die ich natürlich sehr stolz bin, aber einen großen Hype darum gab es nicht.
In den RPG-Community-Kreisen kannte man aber „Faces of Death“ und der Name „UnknownD“ war tatsächlich nicht unbekannt.
Und auch wenn ich selbst „Faces of Death“ heutzutage nicht mehr so gut finde, wie ich es mal vor über 20 Jahren fand, so bin ich mir sicher, dass ich irgendwann mal wieder einen Blick in dieses Spiel werfen werde, denn vielleicht, nur vielleicht, gibt es noch eine Kopie dieses Spiels. Wer weiß?

Übrigens war ich in der Maker-Szene damals so bekannt, dass es sogar einen eigenen Artikel im Makerpendium gibt, was eine Art Wikipedia für die RPG Maker-Szene ist. Irre, oder?

Dann wurde es tatsächlich eher ruhig um mich im Internet. Es folgten Abitur, die Bundeswehr, mein Studium.
Doch die kreative (?) Ader blieb irgendwie immer. Wenn man sich tief, tief, tief durch das Internet wühlt, dann kann man Videos von mir finden, die ich mit meinem Bruder Sparix bereits 2008 im Internet veröffentlicht habe. Ist das verrückt? Seit 18 Jahren lade ich in irgendeiner Form, regelmäßig oder unregelmäßig, Videos auf YouTube hoch. Zunächst auf dem (alten) Kanal von Sparix, seit 2012 auch auf meinem eigenen Kanal (ich berichtete in einem anderen Beitrag darüber). Und dort hinterlasse ich einen weiteren, großen digitalen Fußabdruck.
Wie sagt die Jugend heutzutage? WILD!

Aber wenn man noch ein wenig weiterschaut, dann taucht dieser „UnknownD“ auch noch woanders auf, allerdings muss man da wirklich genau suchen, bis man etwas findet. Denn dieser „UnknownD“ ist Speedrunner, also, nein, eigentlich nicht, aber trotzdem bin ich – Stand: 12.03.2026 – nach Mega Man Leaderboards immerhin der siebtschnellste deutsche Speedrunner, und auf Platz 55 in dem Game Boy-Spiel „Mega Man II“. Ist nichts Großes, aber hey, ich find’s auch nicht schlecht.

Und auf großen Turnieren findet man mich ebenfalls. Seit 2022 gibt es das „CROSSOVER“, ein großes Turnier für Fighting Games, wo ich immerhin dreimal dabei war und mich in Spielen wie „Super Smash Bros. Ultimate“, „The King of Fighters XV“ und „Granblue Fantasy Versus Rising“ bewiesen habe. Und zwar habe ich bewiesen, dass ich nicht sonderlich gut bin. Aber ich hatte Spaß, habe dort ein paar Freunde aus meiner aktuellen Community getroffen, und es wurde zu einem jährlichen Event, dass wir dort auftreten und uns blamieren.
Jedoch habe ich es geschafft, in „The King of Fighters XV“ im Jahr 2024 den fünften Platz zu belegen. Das klingt gut, oder? Wenn ich jetzt dazuschreibe, dass es nur 13 oder 14 Teilnehmer gab und die meisten gar nicht erst angetreten sind, sieht das Ganze schon wieder mau aus. Einen Zusammenschnitt meiner Kämpfe gibt es auf YouTube.

Tja – das bin irgendwie ich. „UnknownD in a nutshell“, sozusagen. Jetzt wisst ihr mehr über mich.

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